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Florian Hoßfeld - Freitreppe

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Auf der Suche nach einem Meisterstück stieß ich auf das Buch “Der Steinmetz“ aus dem Jahr 1912. Darin war auch die Herstellung einer Freitreppe beschrieben, die mir sofort durch ihre gefällige und elegant geschwungene Form ins Auge fiel. Damals wie auch heute besitzen Treppen immer noch die gleiche Aufgabe, Höhenunterschiede bequem und trittsicher zu überwinden - nur mit dem einem Unterschied, dass heute meist der finanzielle Aspekt vor dem der Gestaltung steht. Aber genau aus dem gestalterischen Grund beschloss ich, diese Treppe als Meisterstück herzustellen. Nach einigen Entwürfen über Form, Größe und Proportionen stand das Grundkonzept der Treppenanlage. Nun folgte die Konstruktion, die sich schwieriger als gedacht herausstellte, da man bei dieser Treppe mit Vorliebe die Wangen volutenartig beginnt und die Antrittsstufe - zuweilen auch noch die zweite Stufe - in entsprechender Form um den Wangenanfang herumzieht. Da die Rundungen der Stufe und der Seitenwange nicht einfach nur aus einem Kreis, sondern aus verschiedenen Radien bestanden, die aus zwei Sechsecken innerhalb der Treppen konstruiert werden mussten, benötigte ich einige Anläufe, um dieses alte Konstruktionsverfahren zu verstehen und zu beherrschen.

Schnell wurde mir bewusst, dass der Schalungsbau das A und O sein würde! Da alle Teile präzise zusammen passen mussten. Die Stufen sollten an der Vorderseite eine klassische Profilierung, welche aus einer Rundung mit 4 cm Durchmesser und einer zurückgesetzten Abkantung von 1 mal 1 cm bestand, erhalten.

Als Schalmaterial wählte ich Styropor, welches ich mittels einer CAD-Fräsmaschine in die gewünschte Form brachte.

Die Trittfläche der Stufen sowie die Rundung an der Vorderseite wurden in einer Waschbeton-Oberfläche (Auswaschtiefe 0,5mm) ausgeführt, wodurch sich ein negatives Herstellungsverfahren anbot. Um Material zu sparen, entschied ich mich zu einer Herstellung mit Kern- u. Vorsatzbeton. Verdichtet wurde mittels 2er Rüttelböcke. Die Stufen wurden später auf 2 Auflagen aus Beton verlegt. Die beiden Seitenwangen, welche an der Außen- und Innenseite gestrahlt und auf der Oberseite geschliffen bearbeitet wurden, stellte ich mittels eines modernen selbstverdichtenden Fließbetons auch in einem negativen Herstellungsverfahren her. Die beiden Säulen, die von den Wangen eingefasst werden, produzierte ich ebenfalls negativ, da sie sich an der Oberseite verjüngen. Sie wurden geschliffen und erhielten durch die Verjüngung eine breite Fase, welche ich mit Doppelschlag scharrierte. Die beiden Kugeln stellte ich mittels einer Glasfaser-Kunststoffform her. Sie wurden geschliffen und auf den Durchmesser der verjüngten Säule abgefräst.

Vorrausgegangen ist jedoch eine umfangreiche Planung des Schalungsbauens, ohne die eine Verwirklichung nicht möglich gewesen wäre.

Bedanken möchte ich mich noch einmal bei den Mitgliedern des Fördervereins, meinen Mitschülern, Lehren und allen Leuten, die mich während der Planung und Herstellung meines Meisterstückes unterstützt haben.

Technische Daten:
Länge:2.12 m
Breite:3,00 m
Gewicht:ca.4050 kg
Bst 500 S D=10 mm: 31 kg
Zement:
Dyckerhoff CEM I 42,5 R
Dyckerhoff Flowstone Weiß
Gesteinskörnung:
ULMER Weiß: 0,1-0,6/0,5-1,2/2-3/4-6mm
Nero Ebano 2-4 mm
Naturgranit Anthrazit: 0-2/2-5/5-8 mm



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